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Samstag, 16. März 2013

(fast) ECHTE Bolognese (nur ohne Alkohol)


Das, was bisher bei uns immer unter dem Schlagwort "Bolognese" zu den Spaghetti auf den Tisch kam, war, wenn man ehrlich ist, nichts mehr als eine gute Tomatensoße mit Hack. Richtige Bolognese beinhaltet neben den altbekannten Zutaten eine gute Portion Suppengemüse (und nicht nur die Alibi-Möhre, die ich sonst immer dazu raspele), Schinkenspeck, Milch und Wein und muss mindestens (!) 4 Stunden einkochen. So steht es in allen meinen Italien-Kochbüchern und wurde mir auch mehrfach von Kennern bestätigt. Im Alltag ist dies wohl nicht immer so umsetzbar, selbst wenn man "nur" Hausfrau und Mutter ist und sicher ist auch die "Bolognese"-Soße, die man/frau sonst so aus Zwiebeln Knoblauch, Tomaten und Hackfleisch zusammenrührt, durchaus genießbar und immer noch 100 Mal besser als Fix-Tüten von Ma*** oder Kno**. Aber ich wollte wenigstens einmal die "richtige", echte Bolognese kochen und sehen, ob der Unterschied so frappierend ist. (Ich selbst esse zwar kein Fleisch, da ich es nicht mag, aber meiner Probandne können ja berichten.) In eine ganz authentische Bolognesesoße gehört eigentlich Leber- die habe ich aber weggelassen. Alles Andere habe ich genauso übernommen, wie meine diversen Bücher es vorgeben. Das Ergebnis? Nach 1 Stunde Köchelzeit war ich enttäsucht, denn außer mehr Gemüse (sicht- und schmeckbar) in der Soße war irgendwie alles wie mit meiner gewöhnlichen Zubereitung. Je mehr Kochzeit verstrich, umso mehr dickte die Soße ein, umso bräunlicher wurde die Farbe und umso intensiver der Geschmack (so wurde mir berichtet).
Weil sich dieser große Zeitaufwand bzw. die lange Garzeit für ein paar Portionen meiner Meinung nach nicht wirklich lohnen und mein TK-Fach zur Zeit randvoll ist, habe ich einen riesigen Topf Bolognese gekocht und diese dann heiß in sterilisierte Gläser gefüllt und anschließend 45 Minuten im Wasserbad eingemacht, so dass sie lange halten. So haben wir gleich mehrere Portionen dieser köstlichen Soße im Haus. Wer klein anfangen will, kann natürlich einfach 1/4 oder die Hälfte dieses Rezeptes zubereiten.


Zutaten:
ein Schuss gutes Olivenöl (zum Anbraten)
1 kg Rinderhackfleisch
2 Zwiebeln
4-8 Knoblauchzehen
2 Bund Suppengrün ohne die Petersilie (alternativ: Möhren und Staudensellerie)
150 g gewürfelter Schinkenspeck
1/2 Liter (alkoholfreier) Rotwein* (alternativ eine Mischung aus ungesüßtem roten Traubensaft, Wasser und dunklem Balsamico)
1/2 TL Zucker
1/2 Liter Gemüsebrühe
4-5 kleine Dosen stückige Tomaten**
1 Tube Tomatenmark
6 Lorbeerblätter
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle, italienische Kräuter
*Es gibt auch Rezepte, die Weißwein vorsehen.
** In manchen Original-Rezepten werden keine Dosentomaten, sondern nur das Tomatenmark verwendet. Ich habe mich für die fruchtigere Variante entschieden.

Zubereitung:
1. Das Suppengrün waschen, putzen, schälen und in winzig kleine Würfelchen schneidne (ich finde: Schnippeln hat etwas absolut Meditatives!). Die zwiebeln pellen und ebenfalls klein schneiden.
2. Das Olivenöl in einem großen beschichteten Topf erhitzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten. Herausnehmen und anschließend das gewürfelte Suppengrün anrösten. Die Zwieben wieder dazu geben, den Knobluach schälen und durch die Presse geben und ebenfalls kurz mit dazu geben. Alles herausnehmen und kurz beiseite stellen.
3. Nun mit etwas frischem Öl im selben Topf das Hack (ggf. portionsweise) anbraten, bis es gar ist. Dabei schon einmal mit Salz und Pfeffer würzen. Dann das Tomatenmark und den Schinkenspeck dazu geben und kurz anrösten. Als nächstes auch das Gemüse wieder hinzugeben und alles mit dem Rotwein bzw. Traubensaft-Gemisch ablöschen. Mit heißer Gemüsebrühe und den Dosentomaten auffüllen und den Zucker und die Lorbeerblätter zugeben. Alles offen 1 Stunde köcheln lassen.
4. Die Lorbeerblätter herausnehmen und weitere 2-6 Stunden bei niedriger Temperatur (!) weiter einkochen lassen. Dann würzig abschmecken.
Meine Bolo hat tatsächluh 6 1/2 Stunden geköchelt. Je nach Portionsmenge und gewünschter Konstistenz kann es aber auch schneller gehen.

1 Kommentar:

  1. Das sieht super aus Helen. Meine Schwester hat uns auch mal eine echte Bolognese gemacht- mit Leber. Sowas leckeres habe ich seitdem nie wieder gegessen :))

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